13.08.2019
 
Freunde sind wie Schuhe:
Wenn man jung ist,
kann man nicht genug davon haben.
Wird man älter, stellt man fest,
dass es immer die Gleichen sind,
mit denen man sich wohlfühlt.
 
(Lieblingsmensch)
20.07.2019
 
Du willst wirkliche Begeisterung
finden und fühlen?
 
Folge der inneren Sehnsucht
deines Herzens.
 
(N.N.)

13.06.2019

 

Und noch Eine GESCHICHTE

Am Anfang war nichts ausser zwei Bergdohlen, die in der Finsternis herumflatterten.
Sie liebten einander sehr und wollten sich ein Geschenk machen. Aber was sollten sie sich schenken, da es doch nichts gab?
Sie beschlossen, sich zu trennen und erst wiederzukommen, wenn sie ein Geschenk füreinander hatten.

Weit weg waren sie gewesen, als sie wieder zurückkamen.
Die eine Bergdohle hatte ein Kieselsteinchen im Mund und die andere einen Lichtstrahl, und das schenkten sie nun einander.
Kaum traf der Lichtstrahl auf den Kieselstein, begann dieser zu leuchten und wurde so gross, dass sich die beiden Dohlen daraufsetzen konnten.

Bisher waren sie immer nur geflogen, es war das erste Mal, dass sie sich irgendwo setzten. Nun merkten sie erst, wie müde sie waren von all dem Herumfliegen im Nichts.
Sie sagten einander noch einmal, wie sehr sie sich liebten, dann starben sie.

Der Kieselstein aber wuchs und wuchs und wurde der erste Stern, und aus ihm entstanden später alle anderen Sterne.
So war das. Vielleicht.
Vielleicht war es aber auch so, wie es in der Bibel steht, oder ganz anders. Oder was denkt ihr?

Aus: Das grosse Buch/Geschichten für Kinder: Franz Hohler/Nikolaus Heidelbach

01.06.2019

 

Am Anfang 

leuchteten

Sonne, Mond und Sterne

und unsere Augen leuchteten,

wenn wir sie erblickten.

Wir waren demütig

und erkannten  die Steine,

wenn sie am Himmel funkelten,

in unserem Herzen.

Höre auf dein Herz,

wenn es mit dir spricht,

es hat die Stille

von den Steinen erfahren.

Tertio

28.04.2019

Als ich die erste Karotte dieses Sommers
aus der Erde zog,
war ein Stein im Wurzelhaar gefangen 
wie eine Münze in einer Faust.

Die ältesten Bewohner dieses Hügels,
lange bevor mein Fuß ihn betrat, 
lasen ihr Geschick
aus der Gestalt von Steinen.

Jeder Stein trug ein Muster,
eine Wegekarte dieses Landes;
wer sie deuten konnte, 
den führte sie an sein Ziel.

Ich passte meine Handfläche
der Form des Steines an, 
suchte nach der Skizze eines unsichtbaren Pfades,
einer Straße, wie sie die Flügel des Rotschwanzfalke
bisweilen über den Himmel ziehen.

Ich hielt den Stein, bis ich spürte,
wie mein Herz
in seinem Rhythmus zu schlagen begann,
dann vergrub ich ihn wieder,
unsicher
ob ich schon bereit war, 
den Weg zu betreten, den er mir wies.

Joseph Bruchac, Stamm der Abenaki