11.06.2016

Des Menschen Seele
Gleicht dem Wasser:
Vom Himmel kommt es,
Zum Himmel steigt es,
Und wieder nieder
Zur Erde muß es,
Ewig wechselnd.

Strömt von der hohen,
Steilen Felswand
Der reine Strahl,
Dann stäubt er lieblich
In Wolkenwellen
Zum glatten Fels,
Und leicht empfangen
Wallt er verschleiernd,
Leisrauschend
Zur Tiefe nieder.

Ragen Klippen
Dem Sturz entgegen,
Schäumt er unmutig
Stufenweise
Zum Abgrund.

Im flachen Bette
Schleicht er das Wiesental hin,
Und in dem glatten See
Weiden ihr Antlitz
Alle Gestirne.

Wind ist der Welle
Lieblicher Buhler;
Wind mischt vom Grund aus
Schäumende Wogen.

Seele des Menschen,
Wie gleichst du dem Wasser!
Schicksal des Menschen,
Wie gleichst du dem Wind!

Goethe (1779)

31.05.2016

 

Jenseits von

richtig und falsch

gibt es einen Ort,

Da treffen wir uns.

 

-Rumi-

07.05.2016
 
Dieses Ausschau halten nach dem Sinn,
dem absoluten Göttlichen, das Alles zusammenhält,
dem Impuls, der die Bewegung begann.
Die Suche nach dem Unsagbaren der tiefen Stille
ist die mystische Sehnsucht, die uns innerlich antreibt.
Sie ist so wenig fassbar, wie der Nebel am Morgen,
wenn die ersten Strahlen des Lichts
das Dunkel der Schatten brechen.
Liebe ist die Antwort,
die uns vor dem Nihilismus bewahrt.
 
(N.N.)
26.04.2016
 
Keine Wahrheit lässt sich
angemessen in Worte fassen.
Selbst die tiefgründigsten
spirituellen Schriften der Menschheit,
oder die eindeutigsten Erklärungen
der Wissenschaft
können die Wahrheit
nicht enthalten.
 
(Pradervand)
08.04.2016
 
Wer sein bestmöglichstes Leben führt,
der lebt drei Ziele.
Er ist selbstbestimmt, führt also ein Leben,
das zu ihm passt.
Er lebt in tiefen erfüllenden Beziehungen zu anderen
und er tut etwas, das ihm liegt
und das für andere Menschen wichtig ist.
Wie man dieses Trio von
Selbstbestimmung, Liebe und Arbeit füllt,
ist total individuell.
(Michael Bordt)