24.09.2020

" »Was halb ist, wird voll werden.

Was krumm ist, wird gerade werden.

Was leer ist, wird gefüllt werden.

Was alt ist, wird neu werden.

Wer wenig hat, wird bekommen.

Wer viel hat, wird umnebelt werden.«

Also auch der Berufene:

Er umfasst das Eine

und ist der Welt Vorbild.

Er will nicht selber scheinen,

darum wird er erleuchtet.

Er will nichts selber sein,

darum wird er herrlich.

Er rühmt sich selber nicht,

darum vollbringt er Werke.

Er tut sich nicht selber hervor,

darum wird er erhoben.

Denn wer nicht streitet,

mit dem kann niemand auf der Welt streiten.

Was die Alten gesagt: »Was halb ist, soll voll werden«,

ist fürwahr kein leeres Wort.

Alle wahre Vollkommenheit ist darunter befaßt. "

- Laotse, Buch Tao te King -

25.06.2020
 
Der Mensch erstaunt mich, denn erst opfert er
seine Gesundheit, um Geld zu machen.
Danach opfert er sein Geld,
um seine Gesundheit wieder zu erlangen.
Und dann ist er so ängstlich wegen der Zukunft,
dass er die Gegenwart nicht genießen kann.
Das Resultat ist, dass er nicht in der Gegenwart lebt.
Er lebt, als würde er nie sterben, und dann
stirbt er und hat nie wirklich gelebt.
 
                                                Nach dem Dalai Lama

 

26.04.2020
 
Das Geistige ist ein nicht so gut fassbarer Bereich
dieser Welt, der mit Worten schwer zu beschreiben ist.
Es geht um das Zusammenfließen von seelischen,
emotionellen und individuellen Eigenschaften,
die sich mit Erfahrungen, wirklichem Wissen,
Intuition und Wahrheit zu einem Feld ergänzen.
Die Gedankenwelten kommen dem geistigen Feld
in manchen Bereichen am Nächsten,
sind aber nur ein Teil des Ganzen.
Das Geistige setzt sich aus unzähligen Feldern zusammen,
die im Gesamten Eine Wolke ergeben.
Das Geheimnis des Unvorstellbaren.
(N.N.)
16.03.2020
 
Es war nicht der Hammer,
der diese Steine perfekt machte,
sondern das Wasser
mit seinem Charme,
seinem Tanz und seinem Gesang.
Wo Härte manchmal zerstört,
kann Milde etwas Neues formen.


Rabindranath Tagore
 
 
 
29.02.2020
 
Jeder ist der Andere
und
keiner er selbst.
(Heidegger)
 
Ganz wesentlich ist, worauf Heidegger hinwies:
Das Ausbleiben von Nähe.
Um Nähe herzustellen, müssen wir uns,
laut dem gescholtenen Philosophen,
zur Wahrheit verhalten,
nicht zu Technologie.
In unserem Eifer, die neue Technologie zu nutzen,
geben wir unsere Freiheit auf, behauptet Heidegger.
Von freien Menschen werden wir
zu Ressourcen umgestaltet.
Es schmeckt nach Ausbeutung und Benutzung.
(Kagge)